Wer 2021 welches Lenovo ThinkPad kaufen sollte

Das Bild zeigt das AMD-Notebook Lenovo Yoga Slim 7

Die Lenovo ThinkPads im Vergleich

Nachdem wir uns im letzten Artikel ein Power-Laptop von HP näher angeschaut haben, vergleichen wir heute drei Business-Notebooks von Lenovo. In diesem Beitrag zeigen wir, welche Modell-Generation der ThinkPads T470, T480 oder T490 sich wofür am besten eignet.    

Ein ThinkPad der T-Serie, zu erkennen am roten Trackpoint, ist der Inbegriff eines Business-Notebooks. Mit etwas Übung navigiert man mit dem kleinen Joystick inmitten der Tastatur auch ohne Maus oder Pad virtuos durch Websites und Dokumentenordner. Die bewährte ThinkPad-Tastatur gehört fast sprichwörtlich zu den komfortabelsten Eingabegeräten für Vielschreiber. Die Business-Notebook-Tastaturen unserer Testgeräte verfügen über eine zweistufige, weiße LED-Beleuchtung. Wer dieses Feature einmal hatte, mag es nicht mehr missen.

Die Gemeinsamkeiten

Die ThinkPads bietet Lenovo in zahlreichen Konfigurationen an, weshalb Testergebnisse von Fachzeitschriften selten auf alle Varianten zutreffen. Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, haben alle unsere Testgeräte eine alltagstaugliche Bildschirmdiagonale von 14 Zoll und sind mit einem Intel core-i5-Prozessor mit integriertem Grafikchip, 8GB RAM Arbeitsspeicher und einer 500GB SSD bestückt. Natürlich sind im Onlineshop darüber hinaus noch weitere Ausstattungsvarianten verfügbar.

Die Unterschiede

Die Unterschiede des T480 aus 2018 zu seinem nur ein Jahr älteren Vorgänger T470 resultieren überwiegend aus der eingesetzten CPU-Generation und den aktuellen Anschluss-Schnittstellen. Oft liegen jüngere Geräte wie der T490 preislich etwas höher, ob dies für jede Anforderung auch lohnt, klären wir in diesem Test.

Das Gehäuse

Lenovo setzt beim Design auf ein schwarzes Gehäuse mit einer samtweich gummierten Oberfläche. Die Geräte mit dieser Haptik liegen einfach gut in der Hand. Die Größen- und Gewichtsunterschiede der drei Generationen sind mit bloßem Auge kaum wahrzunehmen. Die Gehäuse der verwandten Slim-Line mit einem ‚s‘ im Modellnamen sind noch einen Tick flacher und etwas leichter, was die Modelle T470s bis 490s besonders mobilfähig macht. Deshalb vergleichen wir die drei Testkandidaten zusätzlich mit einem dieser schlanken S-Modelle.

Die Prozessoren

Die Quadcores der Intel Generation 8 bescheren dem Nutzer dank vier Prozessorkernen einen Leistungsvorsprung. Die sparsame Intel-CPU 8350U im T480 bringt durch ihre zwei zusätzlichen CPU-Kerne und eine höhere Turbo-Taktrate einen theoretischen Performanceschub von ca. 40% im Vergleich zum Dualcore im T470. In der Praxis wird dies allerdings nur bei Anwendungen spürbar, die auch tatsächlich vier Kerne nutzen können. Der Sprung vom T480 zum T490 erscheint dagegen vergleichsweise marginal. Das für U-CPUs klassentypische Verbrauchslimit von 15 Watt wurde quasi per ‚Chip-Tuning‘ auf maximal 25 Watt erweitert, womit die Prozessoren dauerhaft ihr volles Turbo-Potential ungedrosselt entfalten können. Diesen Spielraum kann übrigens auch der leistungsstärkere i7-7600U des T470 voll ausschöpfen! Weil alle drei Kandidaten nicht zum Überhitzen neigen, bleiben sie auch unter Last relativ leise.

Grafik und Arbeitsspeicher

Natürlich macht der Verzicht auf eine dedizierte Grafikkarte aus keinem der drei ThinkPads einen Gaming-Boliden. Zumal die integrierte Grafik über keinen eigenen Videospeicher verfügt, greift sie auf die 8GB des normalen Arbeitsspeichers zurück, wodurch die interne Grafik nicht ihr gesamtes Potenzial ausschöpfen kann. Wer als Gelegenheitsspieler mit dem integrierten Grafikchip des T470 auskommt, sollte daher einen weiteren RAM-Riegel verbauen oder gleich einen T470 mit 16GB wählen. Offiziell kann der Arbeitsspeicher bis 32 GB aufgerüstet werden, inoffiziell sogar bis 64GB. Echte Gamer sollten für das volle 3D-Spiel-Erlebnis eine optionale Grafikkarte stecken oder sich alternativ Lenovos Gaming-Serie Legion ansehen.

Schnittstellen

Beim T480 entfällt der Anschluss für eine Dockingstation auf der Geräte-Unterseite. Sie verbindet der Nutzer künftig über einen Port an der linken Seite des Laptops, dieser integriert USB Typ C beziehungsweise Thunderbolt 3. Der Netzanschluss ist ebenfalls weg, das ThinkPad wird ab dem T480 über die USB-C-Buchse geladen.

Je nachdem, wofür man ein ThinkPad einsetzen will, eignet sich ggf. das eine Modell etwas besser als das andere: Beim T480 kommen erstmals Quadcore-CPUs der achten Intel-Generation zum Einsatz. Die vier statt bislang zwei Prozessorkerne haben zumindest auf dem Papier einen Performance-Vorteil. Wer ausschließlich auf die Leistung schaut, wird hier fündig. Von der zusätzlichen Performance wirst du in der Praxis aber nur dann etwas spüren, wenn du Software im Einsatz hast, die Aufgaben auf mehrere Kerne parallelisiert bearbeiten kann. Für die meisten Büroaufgaben und zum Surfen im Web bietet auch der Dualcore im T470 in Kombination mit einer flotten SSD genügend Leistungsreserven.

Ein USB-C-Anschluss ersetzt beim T480 aufwärts den Dockingport auf der Unterseite des Geräts und übernimmt auch das Laden per Netzteil. Wer bereits eine passende Dockingstation besitzt, kann diese mit dem T470 weiterhin nutzen.

Das Display

Hinsichtlich Farbabweichungen und Farbraumabdeckung ist das farbverbindliche Panel des T490 zur Bildbearbeitung die beste Wahl. Sein helles und farbstarkes IPS-Display eignet sich dafür am besten. Wer statt eines 14-Zöllers einen größeren Bildschirm mit 15,6 Zoll sucht, kann sich mal die großen Geschwister T570 bis 590 anschauen.

Gaming

Für gewöhnlich denkt man bei den Lenovo ThinkPads eher an Business Laptops als an Gaming Notebooks. Die Business-Ausstattung der drei ThinkPads ist daher höchstens etwas für Gelegenheitsspieler. Für browserbasierte oder ältere Spieletitel mit niedrigeren Anforderungen wie Counter-Strike GO oder Dota 2 mag die Grafik des T480 gerade noch ausreichen. Für ein flüssiges 3D-Gameplay aktueller Triple-A-Spiele mit hohen Auflösungen und vielen Details reicht die Gaming-Leistung der integrierten Intel HD Graphics 620 jedoch nicht aus. Ambitionierte Gamer wollen jedoch ohnehin meist die neueste Grafikkarte haben oder wählen gleich einen ausgesprochenen Gaming-Rechner.

Die Akkus

des T470 und T480 sind austauschbar, beim T490 ist dieser fest verbaut. Die zuvor ohnehin schon gute Akkulaufzeit des Business-Notebooks wurde beim T490 weiter verbessert.

Die ThinkPad-14-Zöller in der Übersicht

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Fazit

Für einfache Office-Aufgaben und zum Surfen im Internet erscheint der Vierkern-Prozessor des T480 fast schon etwas übermotorisiert. Wer für Büro-Standardanwendungen mit etwas weniger Leistung auskommt, bekommt schon beim Preistipp-Allrounder T470 7300U-Dualcore in Kombination mit einer rasanten SSD ausreichend Reserven mit zusätzlichem Preisvorteil. Für die täglichen Büroaufgaben ist der T470, der insbesondere refurbished schon recht günstig zu haben ist, die erste Wahl. Wenn es auf 100 Euro nicht ankommt, bekommt man beim T480 einen spürbaren Leistungsschub durch dessen Quadcore-CPU. Wer wie der Autor gerne mehrere Browsertabs parallel geöffnet hält, dem empfehlen wir sein ThinkPad gleich bei der Bestellung mit 16GB RAM zu konfigurieren oder den Arbeitsspeicher nachträglich selbst aufzurüsten. Dasselbe gilt für SSDs, sollte man irgendwann feststellen, dass man für Musik, Bilder und Videos mit 500GB nicht mehr auskommt. Die SSD-Preise pro GB fallen nach wie vor, Speicherplatz wird künftig immer günstiger. Wer sich für die Bildbearbeitung ein farbverbindliches Display wünscht, sollte zum T490 greifen, der über den besten Bildschirm der drei Kandidaten verfügt. Die Slim-Modelle mit einem 's' im Modellnamen sind durch ihr schlankere Gehäuse und ein geringeres Gewicht besonders mobilgeeignet. Hinsichtlich Robustheit und Langlebigkeit können wir alle getesteten ThinkPads mit gutem Gewissen empfehlen. So ist auch für jeden Geldbeutel ein passendes Gerät dabei.

Unser Kollege Philipp aus dem Hardware-Ressort hat die ThinkPads auf Herz und Nieren getestet. Sein persönliches Fazit sehen Sie in folgendem Video: 

 

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