Computer-Recycling ⭐ Mit refurbished IT Elektroschrott vermeiden

Wie Sie durch Refurbished IT zusätzlichen Elektroschrott vermeiden

Die AfB hat sich angeschickt, den Unmengen von Elektroschrott den Kampf anzusagen. Jeder Deutsche produziert jährlich fast 20kg Elektroschrott. Angesichts der stattlichen Mengen fragt man sich, wie verantwortungsbewusst man selbst als Verbraucher mit Ressourcen umgeht. Wo kommen die Rohstoffe her und unter welchen Bedingungen werden sie abgebaut? Was können Gesetzgeber und Hersteller zum Recycling beitragen? Nicht zuletzt zeigen wir, wie AfB Rohstoffe zurückgewinnt, gebrauchte Computer und Smartphones erneuert und als Refurbished-Geräte wieder in den Kreislauf bringt. Elektroschrott

Wo sind eigentlich meine eigenen Alt-Geräte abgeblieben?

Während des ersten Corona-Lockdowns habe ich die Zeit genutzt, um lästige, längst aufgeschobene Dinge aufzuräumen und nicht mehr genutzte Elektrogeräte auszusortieren und zu entsorgen. Im Keller unseres Zweipersonenhaushalts hatte sich einiges angesammelt: unter anderem ein zwölf Jahre alter Desktop-PC mit Windows Vista, den ich wegen des integrierten Bluray-Brenners vorsorglich noch aufbewahrt hatte. Meine Ausbeute scheint durchaus repräsentativ und die Statistik zu bestätigen: 8 ausgediente Smartphones, 2 Laptops, 1 Tablet, 1 PC-Tower sowie 2 RAM-Riegel und eine Festplatte. Wenn es Ihnen ähnlich ergehen sollte, machen Sie es wie ich und bringen Sie Ihre Notebooks, PCs und Smartphones unbedingt zum örtlichen Recyclinghof oder direkt zum Händler zurück! In Deutschland wurden 2019 laut Marktforschungsunternehmen Statista rund 23 Millionen Smartphones verkauft. Ausgemusterte Geräte landen oftmals in der Schublade und werden nicht fachgerecht entsorgt.Infografik: Altelektronik in deutschen Haushalten | Statista

Woher kommen die Rohstoffe?

Der Abbau von Ressourcen z.B. für Smartphones erfolgt häufig unter fragwürdigen Bedingungen. Beispiel Kongo: In illegalen Minen werden Kobalt und Coltan für die Herstellung von Smartphones abgebaut. Häufig geschieht dies unter unfairen Arbeitsbedingungen, Ausbeutung und Kinderarbeit. In der Not wiegt das Erhalten des Arbeitsplatzes für die Menschen vor Ort schwerer als Arbeitssicherheit. Umweltsünden sind an der Tagesordnung. Nicht selten werden Abwässer direkt in die Flüsse geleitet, mit allen Folgen für Umwelt und Gesundheit. Beim Abbau von Gold im brasilianischen Amazonasgebiet wird giftiges Quecksilber eingesetzt, das gleichermaßen Böden und Lebensraum vergiftet. Und all dieses unter großem Energie-Einsatz und hohen CO2-Emissionen. Gute Gründe für Refurbisher wie AfB, bereits eingesetzte Rohstoffe wiederzuverwerten. Infografik: Gold aus E-Schrott | Statista

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Computer-Recycling

Die AfB ist ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb mit Erstbehandlungsanlage. Im Recycling-Center der AfB in Borchen bei Paderborn wird Elektroschrott in seine Wertstoffe aufgetrennt. Dort werden u.a. PCs und Server demontiert. Danach geht das getrennte Material nach Fraktionen sortiert zur Verwertung. Bei AfB werden neben der Wertstoff-Trennung Altgeräte der Edelmetallverarbeitung zugeführt. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen, Rohstoffe wiederzuverwenden und ausgediente Smartphones, Laptops, Tablets und Computer so zu zerlegen, dass ihre Bestandteile wiederverwertet werden können. Nach gesetzlichen Vorgaben werden Metalle wie Gold, Silber, Kupfer, Palladium, Platin getrennt. Im Schredder werden sie in kleinste Bestandteile zerlegt und in Fraktionen sortiert. Glas und Kunststoffe werden bei einem spezialisierten Recyclingbetrieb verbrannt. Fraktion Kupfer Die Metalle der Seltenen Erden wie Scandium, Yttrium und Lanthan kommen ebenso wie Kobalt, Lithium und Coltan in äußerst geringen Mengen und verteilt in zuweilen schwer trennbaren Bauteilen vor. Daher bedarf es eines hohen Aufwands, um diese Metalle aus dem gewonnenen Erz zu trennen. Magnete aus Neodym steckten zuvor in Lautsprechern und Mikrofonen. Der Berg von Kupfer zeigt beispielhaft, welche Mengen an Metall aus den zerlegten Geräten gewonnen und in Fraktionen (u.a. Eisen, Aluminium, Kupfer, Neodym, Messing, Magnesium) getrennt werden. Zuletzt entstehen hieraus durch Einschmelzen der Metalle wieder Industrierohstoffe.

Politik und Gesetzgebung

Im Sinne der Elektroschrottvermeidung ist es sinnvoll, Geräte so lange zu benutzen, wie es irgend möglich ist. Dieses Ziel legt der Gesetzgeber dem ElektroG zugrunde, welches schon jetzt die Prüfungspflicht einer Wiedervermarktung vorschreibt. Ab 2023 sieht die EU-Vorgabe eine jährliche Recyclingkapazität von 110 Tonnen vor. Mit der Förderung von Recycling-Projekten soll die Rohstoff-Abhängigkeit von China reduziert werden. Europa müsse seine Infrastruktur und sein Knowhow für das Recycling weiter ausbauen. Dem geplanten Lieferketten-Gesetz zufolge müssen deutsche Firmen künftig nachweisen, dass die Produkte, die sie verkaufen, schon bei der Herstellung sozialen und ökologischen Mindeststandards entsprechen. Die Klimaneutralität auf die gesamte Lieferkette zu erweitern, würde die geschilderten Umweltsünden beim Abbau transparenter machen und eindämmen helfen.

Reversibles Produktdesign

Die Produktdesigner auf Herstellerseite sollten berücksichtigen, dass Akkus und andere Bauteile künftig leichter getrennt werden können. Wenn Geräteteile nicht mehr fest miteinander verlötet, verklebt oder zugunsten der Wasserdichtheit in einem Kunststoffgehäuse gekapselt werden, sinkt der Recycling-Aufwand. Stattdessen würden Steckverbindungen die Geräte auch wieder reparierbar zu machen. Die Austauschbarkeit von Akkus und somit deren fachgerechte Entsorgung ist ebenso relevant wie die Wasserdichtigkeit.

Längere Nutzungsdauer

Der Lebenszyklus von Produkten wird tendenziell immer kürzer, auch wenn Neuerscheinungen in immer kürzeren Abständen nur noch selten eine Technologierevolution mit sich bringen. Als Verbraucher sollten wir uns wirklich fragen: „Welche Neuanschaffung brauche ich wirklich? Was kann noch weiterhin genutzt werden? Brauche ich jedes Jahr das neueste Geräte-Modell?" Für eine Trendwende bedarf es eines Umdenkens und einer Änderung im Nutzungsverhalten. Das Bewusstsein in der Bevölkerung steigt dafür, woher die Rohstoffe kommen, unter welchen Bedingungen sie gewonnen werden und was aus ihnen nach der Nutzung eines Gerätes wird. Mit dem Verlängern der Nutzungszeit verbessert sich laut heise.de die Umweltbilanz eines Gerätes. Betrachtet man dessen Lebenszyklus - von der Herstellung, über Transport und Nutzung bis hin zur Entsorgung - wird die CO2-Bilanz zunehmend besser, je länger es betrieben wird. Digital Leader Award Logo

Elektroschrott vermeiden

Die AfB ist Europas größtes gemeinnütziges IT-Unternehmen. Die gemeinnützige Firma mit über 400 Mitarbeitenden beschäftigt Menschen mit und ohne Behinderung und fördert die Kreislaufwirtschaft. Als Refurbisher sorgt AfB für das Erneuern und den Verkauf gebrauchter IT- und Mobilgeräte. Aufwerten statt wegwerfen! AfB leistet mit der Rücknahme von Laptops, PCs und Monitoren sowie dem anschließenden Refurbishment einen wertvollen Dienst zum verantwortungsvollen Umgang mit knappen Rohstoffen. Wiederverwendung – Reparatur – Ressourcengewinnung. So trägt AfB dazu bei, dass Gebraucht-IT möglichst lange weiter genutzt wird. Gebrauchte, generalüberholte, sog. „refurbished“ PCs, Monitore und Laptops können in erneuertem Zustand wieder in den Kreislauf zurückgeführt und noch lange Zeit genutzt werden. Die AfB leistet mit der Rücknahme gebrauchter Produkte und der Wiedergewinnung von Ressourcen einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft. Hierfür ist AfB erneut für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert und Preisträger des Digital Leader Award.

Fazit: Umwelt schonen und Refurbished kaufen

Das verantwortungsvolle Gewinnen und Entsorgen von Rohstoffen rückt immer stärker ins Gesellschafts-Bewusstsein und auch Unternehmen gehen heute anders mit der Ausstattung von Hardware um. Um Elektroschrott zu vermeiden, braucht es ein Umdenken im Nutzerverhalten. Angesichts immer kürzerer Produktzyklen ist bei Neuerscheinungen nur noch selten eine echte Innovation zu erwarten. Ganz bewusst entscheide ich mich bei Elektronik, Audio, Foto und IT-Hardware immer öfter für refurbished Geräte, die erst wenige Monate zuvor auf den Markt gekommen sind. Künftig können Hersteller das Recycling gleich beim Gerätedesign berücksichtigen und erleichtern. Wenn die Politik die geplanten Gesetze auch umsetzten wird, stehen künftig Hersteller und deren Lieferanten in der Verantwortung, definierte Standards einzuhalten. Umweltbewusste Verbraucher können selbst gezielt steuern, welche Produkte sie aus welcher Quelle guten Gewissens kaufen. Denn wer den Preisvorteil von Refurbished-Geräten erkennt und nutzt, kann jede Menge Schnäppchen machen. Jetzt Shoppen!

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